Zucker gibt es in ganz unterschiedlichen Sorten – je nachdem, ob man ihn zum Backen, Dekorieren, Verfeinern und Süßen von Speisen und Getränken verwendet. Hand aufs Herz: Kennen Sie sie alle?

Raffinade von grob bis extra fein

Raffinade wird im Haushalt am häufigsten verwendet – vor allem beim Kochen und Backen. Desserts verleiht sie Süße, herzhaften Speisen eine runde Note – sie unterstützt den Geschmack anderer Lebensmittel. Beim Backen gibt raffinierter Zucker dem Teig eine gewisse Konsistenz und Volumen, aber auch Farbe. Raffinade wird aus sehr reinen Zuckerlösungen gewonnen und erfüllt höchste Ansprüche der feinen Küche. Der Handel bietet Raffinade in verschiedenen Körnungen an: von grob bis extra fein. Feinere Körnungen lassen sich besser auflösen und in Speisen einrühren. Raffinade ist außerdem das Ausgangsprodukt für viele weitere Zuckersorten.

Feine Sache: Puderzucker

Puderzucker erhält seine pudrig-feine Konsistenz durch das extra feine Vermahlen klassischer Raffinade. Dies macht diesen Zucker ideal zum Bestäuben von Plätzchen und Kuchen. Daneben eignet er sich besonders gut zum Anrühren von streichfähigen, glänzenden Glasuren und ist unverzichtbare Zutat bei der Herstellung von Marzipan und Nougat. Aufgrund seiner feinen Konsistenz wird Puderzucker gern beim Aufschlagen von Crèmes und Mousse verwendet. Zudem gibt er dem Mürbeteig eine bessere Struktur und sorgt für ein höheres Teig-Volumen.

Mal braun, mal weiß: Kandis

Kandiszucker entsteht durch langsames Auskristallisieren aus einer reinen Zuckerlösung. Heller Zuckersirup ist die Grundlage für weißen Kandis, karamellisierter Zuckersirup für braunen Kandis. Kandis gibt es in verschieden großen Kristallen. Krustenkandis wird durch das Zerkleinern von dicken, braunen Kandiskrusten gewonnen, die durch Kristallisation in speziellen Kandiswannen entstehen. Bei Stangenkandis wachsen zunächst große Kristalle an Stangen, die in die Zuckerlösung gehalten werden. Diese gewachsenen Kristalle werden später von den Stangen geschlagen und erhalten so ihre grobstückige Form. Kandiszucker ist ideal zum Süßen von Tee. Je nach Sorte und Geschmack lässt er sich auch hervorragend in der Herstellung von Likören, Rumtopf, Grog, Glühwein oder Punsch verwenden.

Vielfältig: brauner Zucker

Brauner Zucker ist ein feinkörniger Spezialzucker, der etwa aus braunem Kandissirup gewonnen wird. Sein karamelliges Aroma macht ihn ideal zum Backen mit Nüssen, Mandeln, Schokolade sowie für Lebkuchen und Spekulatius. Aber auch Printen, Gewürz- und Honigkuchen verfeinert brauner Zucker mit seinem typischen Aroma. Er schmeckt zudem gut zu Obstsalaten oder Joghurt und ist daneben zum Süßen von Tee- und Kaffeespezialitäten die richtige Wahl.

Süße Deko: Hagelzucker

Hagelzucker besteht aus einer Vielzahl kleiner Zuckerkristalle, die aneinander haften. Dieser Effekt entsteht, wenn klassische Raffinade angefeuchtet, gepresst und schließlich in Blöcken getrocknet wird. Diese Blöcke werden dann zu Hagelzucker-Körnern zerstoßen. Mit Hagelzucker lassen sich Tee- und Kaffeegebäck, Hefezöpfe, Frühstückswaffeln, Kuchen vom Blech und Weihnachtsplätzchen bestreuen und dekorieren.

Formschön: Würfelzucker und Zuckerhut

Angefeuchteter Zucker lässt sich in verschiedenste Formen pressen. So entstehen zum Beispiel Würfelzucker oder der Zuckerhut. Würfelzucker lässt sich gut dosieren und löst sich in heißen Getränken schnell auf. Brauner Würfelzucker wird aus Kandisfarin hergestellt; sein Aroma verfeinert die gute Tasse Kaffee oder den Espresso. Der Zuckerhut ist besonders beliebt in der kalten Jahreszeit für Punsch oder Feuerzangenbowle. Seine Form erinnert an die Tonkegel der Perser um 600 nach Christus, die darin erstmals Kristallzucker herstellten.

Kein Solist: Gelierzucker

Gelierzucker besteht aus Zucker, reinem Pektin wie Apfelpektin sowie Zitronen- oder Weinsäure. Er gibt Marmeladen, Konfitüren und Gelees volles Aroma, perfekte Süße und lange Haltbarkeit. Es gibt drei Sorten von Gelierzucker: Gelierzucker 1:1 wird zum Einkochen von Konfitüren und Gelees verwendet. Mit Gelierzucker 2:1 lassen sich weniger süße Fruchtaufstriche im Verhältnis zwei Teile Frucht und ein Teil Zucker kochen. Für Brotaufstriche mit einem besonders hohen Fruchtanteil eignet sich Gelierzucker 3:1. Hier kommen drei Teile Frucht auf einen Teil Zucker. Darüber hinaus gibt es Gelierzucker für kaltgerührte Fruchtaufstriche, die eine schnelle Zubereitung ohne Kochen ernöglichen. Allerdings sind die so hergestellten Aufstriche nur zwei bis drei Wochen im Kühlschrank haltbar.