Und was wären so manche traditionellen Speisen und Bräuche ohne die vielen guten Eigenschaften des Zuckers?

Zucker setzt optische Akzente

Mit der richtigen Verzierung werden süße Leckereien zu echten Kunstwerken. Konditoren und Patissiers messen ihr Können sogar in Meisterschaften. Zuckerguss, Karamellspiralen, Krokantgitter oder Zuckerblumen machen das Gebäck auch optisch zum Genuss.

Zucker verbessert den Geschmack

Zucker verbessert bei vielen Speisen den Geschmack. Er mildert die Säure des Essigs bei eingelegten Gurken und verstärkt das Aroma von Früchten und Bratensoßen. Zucker wirkt zudem auf natürliche Weise konservierend und verlängert zum Beispiel die Haltbarkeit von Konfitüren ganz ohne Zusatzstoffe. Darum steht er bei vielen Lebensmitteln auf der Zutatenliste.

Zucker ist unersetzlich beim Backen

Zucker ist bei vielen Teigsorten wichtig für die Backeigenschaften: Hefeteig lässt er aufgehen, er bringt einen angenehm süßen Geschmack, eine schöne Bräunung und die optimale Konsistenz des Gebäcks. Deshalb ist Zucker beim Backen nicht zu ersetzen.

Für jede Aufgabe gibt es den passenden Zucker. So behält der granulierte Hagelzucker während des Backens seine Form – er eignet sich gut zum Verzieren. Der Zuckersirup, auch Läuterzucker genannt, dient vor allem zum Tränken von Gebäck. Der fein gemahlene Puderzucker wird für Glasuren und Schaumgebäck sowie zum Bestäuben genutzt. Auch der aromatische Kandiszucker wird bevorzugt für würzige Lebkuchen oder Printen verwendet. Übrigens: Raffinadezucker muss eine höhere Reinheit besitzen als gewöhnlicher Weißzucker.

Zucker versüßt Bräuche

Es gibt viele Traditionen mit Zucker: das weihnachtliche Lebkuchenhäuschen, die Schultüte zur Einschulung und natürlich die rot-weißen Zuckerstangen, die wir vor allem von Jahrmärkten kennen. Sie alle begleiten uns schon mehr als 100 Jahre.

Lebkuchenhäuschen: Die einen kennen sie als Lebkuchenhäuschen, die anderen als Zucker-, Pfefferkuchen- oder Knusperhäuschen. Wo die dekorativen Leckereien ihren Ursprung haben, ist nicht belegt. Das bekannteste der süßen Bauwerke, deren Lebkuchenwände von Zuckerguss gehalten werden, geht wahrscheinlich auf das Märchen „Hänsel und Gretel“ der Gebrüder Grimm zurück, das 1812 erschien.

Schultüte: Die Schultüte trat ihren Siegeszug Anfang des 19. Jahrhunderts an. Bereits 1817 bekamen Kinder im thüringischen Jena Zuckertüten geschenkt. Damals waren es kleine, mit Gebäck gefüllte Papiertüten, die zur Einschulung entweder überreicht oder von den Bäumen auf dem Schulhof „gepflückt“ wurden. Dieser Brauch verbreitete sich weiter nach Sachsen, Schlesien und Böhmen. Dort war die Schultüte mit Gebäck, Brezeln, essbaren Buchstaben und kleinen Erinnerungen an den ersten Schultag wie Tassen oder Tellern bestückt. Ab 1910 setzte sich der Brauch in anderen Regionen durch.

Zuckerstange: Die Zuckerstange hat ihren Ursprung in Schweden. Dort stellte man die süßen Leckereien als Polkagris (schwedisch für Polkaschweinchen) bereits Mitte des 19. Jahrhunderts her. Warum die Schweden ihren Zuckerstangen ausgerechnet diesen Namen gaben, ist nicht bekannt. Die ersten rot und weiß gestreiften, nach Pfefferminz schmeckenden Süßigkeiten produzierte Amalia Erikson in ihrer 1859 eröffneten Bäckerei im südschwedischen Gränna. Diese Stadt ist bis heute das Zentrum der Zuckerstangenproduktion.

Zucker sorgt für kühlen Genuss

Voller Geschmack und herrlich erfrischend: Selbstgemachtes Eis versüßt mehr als nur schöne Sommertage. Auch ohne teure Eismaschine lassen sich leckere Eiskreationen zaubern.

Für etwa acht Kugeln reichen 200 Gramm Früchte (Bananen, Zitrusfrüchte oder Beeren), 80 Gramm Zucker, ein Eigelb und je 100 Gramm Milch und Sahne. Je nach Geschmacksvorliebe kann auch Joghurt oder Buttermilch verwendet werden.

Die Zutaten werden püriert, dann kommt die Masse in den Gefrierschrank. Alle 30 Minuten muss kräftig gerührt werden, damit sich keine Eiskristalle bilden. Nach etwa drei Stunden ist das Eis fest und kann mit Genuss verspeist werden.