Borchardt A., Ellrott T., Wolf K., Pudel V.: Genussbetonte „Diät“, Befindlichkeit und Gewichtsreduktion. Aktuelle Ernährungsmedizin. 2002; 27: S. 325–326.

Ellrott T., Borchardt A., Wolf K., Pudel V.: Eine genussbetonte Diät führt innerhalb 8 Wochen zur Verbesserung der Lebensqualität. Proceedings of the German Nutrition Society. 2004; 6: S. 61.

Ellrott T., Borchardt A., Wolf K., Pudel V.: Gewichtsstabilisierung nach 8-wöchiger genussbetonter Diät zur Selbstdurchführung – Charakterisierung der erfolgreichen Teilnehmer. Aktuelle Ernährungsmedizin. 2003; 28: S. 317–318


Ein Diätkonzept mit einem vielseitigen Ernährungsplan und der Einbeziehung von genussreichen Lebensmitteln und einer convenienten Zubereitung mit anschließender Gewichtsstabilisierungsphase führte bei Probanden der Interventionsgruppe zu einer signifikanten Gewichtsabnahme und einer Verbesserung der Lebensqualität. Auf welche einzelnen Faktoren diese positiven Veränderungen maßgeblich zurückzuführen sind, ist unklar.
PDF-Download: Untersuchung der Wirksamkeit einer „genussbetonten“ Diät zur Gewichtsreduktion

In einer monozentrischen, randomisierten, kontrollierten Studie wurde ein genussbetontes 2-Phasen-Diätkonzept über 8 Wochen untersucht, bei der jede Phase 4 Wochen andauerte. Die erste Phase umfasste einen abwechslungsreichen Ernährungsplan, der Wert auf die Einbeziehung genussreicher Lebensmittel und eine schnelle und einfache Zubereitung legte.

Die Teilnehmer erhielten in dieser Phase Informationen mit Essenslisten und Einkaufsplänen. Der Ernährungsplan sah pro Tag 1.246 kcal vor, davon stammten 24 Energieprozent aus Fett, 57 Energieprozent aus Kohlenhydraten – davon 16 Energieprozent aus Disacchariden – und 19 Energieprozent aus Proteinen. Die zweite Phase diente der Gewichtserhaltung. Die Probanden erhielten hierfür Anleitungen, zum Beispiel für sportliche Betätigung, wie sie Fett einsparen können oder flexibles Kontrollverhalten.

In der Interventionsgruppe (n = 69; 51 weibliche Teilnehmer) wurde zu Beginn (T0), dann jede Woche und am Ende der Untersuchung (T2) die Gewichtsentwicklung gemessen. Zudem wurde die momentane Befindlichkeit mit Hilfe eines spezifischen Fragebogens zu T0 und Ende von Phase 1 (T1) erfasst. In der Kontrollgruppe (n = 92; 68 weibliche Teilnehmer) wurde die Gewichtsentwicklung sowie die momentane Befindlichkeit zu T0 und zu T2 gemessen. Beide Gruppen unterschieden sich im Baseline hinsichtlich BMI und Befindlichkeit nicht. In der Interventionsgruppe beendeten 81 % (n = 56) Phase 1. Die Probanden wiesen eine Gewichtsreduktion von 4,4 kg (± 1,9 kg) auf. Die Teilnehmer, die darüber hinaus Phase 2 beendeten (72 %, n = 50), senkten ihr Gewicht um weitere 0,8 kg (± 1,3 kg). In der Kontrollgruppe beendeten 70 % (n = 64) die Studie. Sie nahmen im Durchschnitt 0,1 kg (± 1,8 kg) ab. Zu T2 zeigte sich in der Interventionsgruppe in einigen Befindlichkeitsaspekten eine signifikant positivere Entwicklung im Vergleich zur Kontrollgruppe.

In der Interventionsgruppe wurde 6 Monate nach Ende der Diät (T3) bei 46 Teilnehmern eine Nachuntersuchung durchgeführt. Bei den Probanden, die auch zu T3 noch weniger wogen als zu Beginn der Studie (T0) (n = 42; Gewichtsabnahme 5,2 kg (± 3,2 kg)), zeigten deutlich bessere Werte in ihrer kognitiven und flexiblen Kontrolle sowie der Störbarkeit und den spontanen Hungergefühlen im Vergleich zu Teilnehmern, die gegenüber dem Baseline an Gewicht zunahmen (n = 4; Zunahme um 5,9 kg (± 6,2 kg) gegenüber dem Ausgangsgewicht). Des Weiteren zeigte sich in der Interventionsgruppe durch das Diätkonzept eine Verbesserung der Lebensqualität. Nicht abzuleiten ist, welche einzelnen Faktoren („Einbezug von Genusslebensmitteln“, „einfache und zeitsparende Zubereitung“, „hoher Kohlenhydratanteil“ oder „separate Gewichtserhaltungsphase“) diese Verbesserung maßgeblich bedingten.