Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass ein Ansteigen des Körpergewichtes bei erwachsenen Frauen durch eine Ernährungsweise mit Lebensmitteln von niedriger Energiedichte gebremst werden kann. Diese Ernährungsweise kann durch den vermehrten Konsum von Obst und Gemüse erreicht werden.

Die Prävalenz von Übergewicht ist sehr hoch: In den USA sind etwa 60 % der Erwachsenen davon betroffen. Im Erwachsenenalter steigt das Körpergewicht durchschnittlich um ein halbes bis ein Kilogramm pro Jahr an, was zu ernsthaften Folgeerkrankungen führen kann. Für die Vermeidung einer Gewichtszunahme und die Reduzierung der Energieaufnahme wird der Verzehr von Lebensmitteln mit geringer Energiedichte empfohlen. Verschiedene klinische Studien zeigten, dass insgesamt mehr Kalorien aufgenommen wurden, wenn die Nahrung eine höhere Energiedichte aufwies. Durch eine moderate Reduzierung der Energiedichte der Ernährung wurde langfristig ein Gewichtsverlust erzielt, und eine geringere Energiedichte der Ernährung war mit einem niedrigeren Körpergewicht assoziiert.
PDF-Download:Die Energiedichte der Ernährung erlaubt Sechs-Jahres-Prognosen für Veränderungen des Körpergewichts von Frauen

In dieser longitudinalen Studie sollte untersucht werden, ob die Energiedichte der Ernährung ein Prognosefaktor für Veränderungen des Körpergewichtes darstellt, ob sie mit der Gesamtenergieaufnahme korreliert und ob eine Ernährung mit niedrigerer Energiedichte qualitativ hochwertiger in Bezug auf den Verzehr von Obst, Gemüse und Vollkornprodukten ist.

An der Langzeitstudie nahmen 192 Frauen aus Pennsylvania (USA) teil. Über sechs Jahre hinweg wurden viermal im Abstand von zwei Jahren Daten erhoben. Diese umfassten familiäre Charakteristika und jeweils drei semiquantitative 24-Stunden-Ernährungsprotokolle sowie Größe und Gewicht der Probandinnen. Aus den Ernährungsprotokollen wurden die verzehrten Nahrungsmittel Gruppen und Untergruppen zugeordnet und die Energiedichte für jede Teilnehmerin zu den vier Untersuchungszeitpunkten bestimmt. Durch statistische Analysen wurde der Effekt der Energiedichte der Nahrung auf BMI und Körpergewicht untersucht. Die Energieaufnahme durch Getränke unterschied sich zwischen den Gruppen nicht und wurde bei der Analyse nicht berücksichtigt. Querschnittsanalysen dienten der Erfassung von Unterschieden der Ernährungsweisen bei unterschiedlicher Energiedichte.

88 % der Frauen verblieben bis zum Ende in der Studie. Sie waren durchschnittlich 35,7 ± 4,7 Jahre alt. Ihr Ausbildungsgrad war zumeist hoch und die Familieneinkommen gleichmäßig verteilt. Die Stichprobe war zu Studienbeginn moderat übergewichtig (durchschnittlicher BMI 27 ± 6,2): 105 (57 %) der 183 Teilnehmerinnen hatten einen BMI von 25 oder größer.

Innerhalb der sechs Untersuchungsjahre nahm das Körpergewicht der Probandinnen im Mittel um 3,73 ± 7,8 kg signifikant zu, während die Energiedichte der Ernährung unverändert blieb. Vorhersagemodelle zeigten sowohl signifikante Zeiteffekte (p < 0,001) als auch Wirkungen unterschiedlicher Energiedichten der Ernährung: Das Körpergewicht von Frauen, die Nahrung mit höherer Energiedichte zu sich nahmen, war zu allen Studienpunkten höher. Auch war die Veränderung des Körpergewichtes mit der Energiedichte der Nahrung assoziiert (p < 0,01). Frauen, die energiehaltigere Lebensmittel (> 1,85 kcal/g) zu sich nahmen, nahmen über die sechs Jahre durchschnittlich 6,4 ± 6,5 kg zu, während diejenigen mit einer Ernährung von niedriger Energiedichte (≤ 1,5 kcal/g) nur 2,5 ± 6,8 kg zunahmen. Bei mittlerer Energiedichte betrug der Gewichtszuwachs 4,8 ± 9,2 kg / 6 Jahre. Ähnliche Ergebnisse spiegelten sich bei der Betrachtung des BMI statt des Körpergewichtes wider. Der BMI war mit der Zeit (p < 0,001) und der Energiedichte der Nahrung (p < 0,05) positiv assoziiert. Bei einer Diät mit hoher Energiedichte stieg der BMI um 2,5 Einheiten pro sechs Jahre im Gegensatz zu 0,9 Einheiten pro sechs Jahre bei einer Ernährung mit niedriger Energiedichte (p < 0,01).

Querschnittsanalysen mit einer Kategorisierung der Probandinnen nach der Energiedichte ihrer Ernährung zeigten, dass bei einer Diät mit niedriger Energie größere Nahrungsmittelmengen bei weniger Energieeintrag (etwa 225 kcal/Tag weniger) aufgenommen wurden (p < 0,01). Die Energiedichte der Nahrung war mit aus Fetten aufgenommener Energie positiv assoziiert und zeigte negative Zusammenhänge mit der aufgenommenen Energie aus Kohlenhydraten und dem Ballaststoffgehalt der Nahrung. Für Proteine wurden keine Unterschiede beobachtet. Eine Ernährungsweise mit geringer Energiedichte bestand zu einem größeren Anteil aus Obst und Gemüse. Bei einer Diät mit hoher Energiedichte wurden vermehrt (Weißmehl-) Getreideprodukte, Fleisch und Fette verzehrt. Frauen aus dieser Gruppe nahmen auch mehr Mahlzeiten vor dem Fernseher und weniger Abendessen am Familientisch ein.