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Zucker und Körpergewicht: systematischer Review und Meta-Analysen von randomisierten kontrollierten Studien und Kohortenstudien

Te Morenga L, Mallard S, Mann J: Dietary sugars and body weight: systematic review and meta-analyses of randomised controlled trials and cohort studies.

Zucker ist seit dem Altertum Bestandteil der menschlichen Ernährung. Erste Berichte über den Konsum stammen aus Indien und China, seit dem 11. Jahrhundert auch aus Europa. Seit einigen Jahrzehnten wird immer wieder vermutet, dass sich der Verzehr von Zucker nachteilig auf die Gesundheit auswirkt. Diese systematische Durchsicht und Analyse der zu dieser Fragestellung existierenden Fachliteratur ergab, dass Zucker ein höheres Körpergewicht zur Folge hat, wenn er zusätzlich konsumiert wird und daraus eine positive Energiebilanz resultiert. Unter isokalorischen Bedingungen konnte keine Änderung des Körpergewichtes beobachtet werden.

Die systematische Übersicht und die Meta-Analysen wurden nach den Qualitätskriterien der Cochrane Collaboration durchgeführt. Es erfolgte eine elektronische Suche sowie per Hand nach klinischen Studien und Kohortenstudien, die Zusammenhänge zwischen dem Verzehr von Zucker und Merkmalen für Adipositas betrachteten. Untersuchungen, die eine Gewichtsreduktion zum Ziel hatten, wurden ausgeschlossen, es wurden lediglich Studien einbezogen, bei denen gesunde Personen ihre Nahrung frei wählen konnten. Bis Dezember 2011 wurden randomisierte kontrollierte Studien berücksichtigt, die eine Dauer von mindestens zwei Wochen aufwiesen, und Kohortenstudien, die über mindestens ein Jahr hinweg durchgeführt wurden. Daten für Kinder und Erwachsene wurden getrennt analysiert. Der Schwerpunkt lag jeweils auf der Fragestellung, wie sich eine Reduzierung oder Erhöhung des Zuckerkonsums bei Erwachsenen bzw. Kindern auswirkt.

In die Auswertung gingen randomisierte kontrollierte Studien sowie Kohortenstudien ein. Die Ergebnisse der Meta-Analysen stützen sich hauptsächlich auf Daten aus randomisierten kontrollierten Studien. Die Resultate aus Kohortenstudien lieferten weitere Bestätigung. Daten aus fünf randomisierten kontrollierten Studien mit ad libitum-Diät zeigten, dass eine Verringerung des Zuckerkonsums bei Erwachsenen zu einem geringeren Körpergewicht im Vergleich zu gleichbleibendem oder erhöhtem Zuckerkonsum führte (-0,8 kg, 95% CI = -1,21 bis -0,39, p < 0,001). Aus zehn randomisierten kontrollierten Studien ergaben sich Hinweise darauf, dass eine höhere Zuckerzufuhr mit einem höheren Körpergewicht einherging (0,75 kg, 95% CI = 0,30 bis 1,19, p = 0,001). Bei der Mehrzahl dieser Untersuchungen entstammte der konsumierte Zucker gesüßten Getränken. Bei zwölf randomisierten kontrollierten Studien erfolgte ein Austausch von Zucker mit anderen Makronährstoffen, so dass die Kalorienzufuhr unverändert blieb. Diese Interventionen mit einem isokalorischen Austausch von Zucker durch andere Kohlenhydrate umfassten Zeitspannen von zwei Wochen bis zu sechs Monaten und ergaben keinen Hinweis auf Gewichtsveränderungen (0,04 kg, 95% CI = -0,04 bis 0,13).

Die einbezogenen 16 Kohortenstudien mit Erwachsenen untersuchten den Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Zucker und Körpergewichtsparametern. In elf von ihnen wurde ein positiver Zusammenhang zwischen dem Zuckerkonsum und körpergewichtsrelevanten Merkmalen beschrieben, eine zeigte eine negative Assoziation. Dosisabhängige Effekte waren nicht zu beobachten.          Bei Kindern wurden aufgrund schlechter Einhaltung der Studienvorgaben, dem Fehlen geeigneter randomisierter Kontrollstudien oder signifikanter Heterogenität der Untersuchungen keine entsprechenden Assoziationen beobachtet. Ergebnisse aus Kohortenstudien zeigten jedoch bei Kindern mit einem hohen Zuckerkonsum häufig ein höheres Risiko für Übergewicht als bei Kindern, die weniger Zucker verzehrten (15 ergaben positive, vier negative Assoziationen).

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