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Vergleich von kalorienreduzierten Diäten mit unterschiedlichen Zusammensetzungen an Fett, Kohlenhydraten und Protein

Sacks FM, Bray GA, Carey VJ, Smith SR, Ryan DH, Anton SD, McManus K, Champagne CM, Bishop LM, Laranjo N, Leboff MS, Rood JC, de Jonge L, Greenway FL, Loria CM, Obarzanek E, Williamson DA: Comparison of Weight-Loss Diets with Different Compositions of Fat, Protein, and Carbohydrates.

Diäten zur Gewichtsreduktion sind gewissen Trends unterlegen: Die Neuheit, mediale Aufmerksamkeit oder die überzeugende Präsentation von Erfolgen können die Bereitschaft und das Durchhaltevermögen von abnehmwilligen Personen stark beeinflussen. Viel Augenmerk wurde auf die Zusammensetzung der Ernährung gerichtet, beispielsweise auf Diäten mit einer Kohlenhydratminimierung („low carb“). Diese breit angelegte klinische Studie ergab, dass der prozentuale Gehalt der Makronährstoffe bei einer kalorienreduzierten Diät keinen Einfluss auf den Gewichtsverlust hat.

Die randomisierte kontrollierte Studie wurde von Oktober 2004 bis Dezember 2007 in Boston und Baton Rouge, USA, durchgeführt. Es nahmen 811 übergewichtige oder adipöse Personen im Alter zwischen 30 und 70 Jahren, darunter ca. 40% Männer, teil. Sie wurden nach dem Zufallsprinzip vier Diättypen zugeordnet: Typ A „fettreduziert, normaler Proteingehalt“ (20% Fett, 15% Protein, 65% Kohlenhydrate), Typ B „fettreduziert, hoher Proteingehalt“ (20% Fett, 25% Protein, 55% Kohlenhydrate), Typ C „hoher Fettgehalt, normaler Proteingehalt“ (40% Fett, 15% Protein, 45% Kohlenhydrate) und Typ D „hoher Fett- und Proteingehalt“ (40% Fett, 25% Protein, 35% Kohlenhydrate). Für jeden Probanden wurde individuell der tägliche Kalorienbedarf berechnet und ein Defizit von 750 kcal/Tag für die Diät zugrunde gelegt. Kostpläne wurden jeweils zwei Wochen im Voraus zur Verfügung gestellt, und die Probanden wurden angehalten, ihre täglich verzehrten Nahrungsmittel zu protokollieren. Über die gesamte Studiendauer von zwei Jahren fanden in regelmäßigen Abständen Gruppen- und Einzelschulungen statt. Körpergewicht und Bauchumfang der Teilnehmer wurden als Ergebnisvariablen zu Beginn und anschließend im Halbjahresabstand ermittelt. Außerdem erfolgten Befragungen zur Einschätzung der Diät. Weitere Parameter wie Blutdruck, Urinproben sowie Laborwerte für Serumlipide, Glukose, Insulin und glykosyliertes Hämoglobin wurden zu Beginn, nach sechs Monaten und zum Studienende hin bestimmt.

Von den 811 Probanden beendeten 645 die Studie. Nach zwei Jahren war der Gewichtsverlust bei Personen mit einer Diät, die einen hohen bzw. niedrigen Proteingehalt aufwies, vergleichbar (4,5 bzw. 3,6 kg, p = 0,11). Auch eine Fettzufuhr von 40 bzw. 20% des täglichen Kalorienbedarfs wirkte sich nicht auf den Gewichtsverlust aus, er betrug in den beiden Gruppen 3,9 bzw. 4,1 kg (p = 0,76). Eine unterschiedliche Kohlenhydratzufuhr zwischen 35 und 65% bewirkte ebenfalls keine Änderung der Gewichtsabnahme (p = 0,37). Der Bauchumfang der Probanden zeigte keine Unterschiede in Abhängigkeit von der durchgeführten Diät. Der stärkste Gewichtsverlust war nach sechs Monaten zu verzeichnen. Nach zwölf Monaten kam es unabhängig vom Diättyp bei allen Gruppen zu einer Zunahme des Körpergewichts. 185 Teilnehmer nahmen kontinuierlich im Durchschnitt 9,3 ± 8,2 kg über die zwei Jahre hinweg ab. Nach zwei Jahren hatten 31-37% der Probanden mehr als 5% des ursprünglichen Körpergewichts abgenommen, 14-15% mehr als 10% und 2-4% 20 kg oder mehr, jeweils unabhängig von der Ernährungsweise. Alle Diättypen wirkten sich positiv auf Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen aus. Dabei senkte eine fettreduzierte oder kohlenhydratarme Ernährungsweise die Konzentration an LDL-Cholesterol stärker als bei einer hohen Fett- oder Kohlenhydratzufuhr. Die Abnahme der Triglyzeridkonzentrationen im Serum um 12-17% war bei allen vier Ernährungsweisen vergleichbar. Bis auf die kohlenhydratreiche Ernährung reduzierten alle anderen Diättypen die Nüchterninsulinkonzentration um 6-12%. 32% der Probanden zeigten zu Beginn der Studie ein metabolisches Syndrom, am Schluss waren es noch 19-22%. Das Auftreten von Hungergefühl oder Heißhungerattacken sowie die Zufriedenheit mit der Diät waren bei allen vier Typen vergleichbar.

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