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Selbstbetrug Zuckerreduktion

Warum wir gegen Übergewicht eine ehrliche Debatte brauchen, die die Kalorien in den Fokus stellt.

Die Übergewichts-Debatte läuft in die falsche Richtung. Zu viel und zu oft wird über einzelne Nährstoffe geredet. Dabei sind einzelne Nährstoffe nicht das Problem, aber sie lassen sich leicht zum Sündenbock machen. Davon wird allerdings keiner schlanker, aber es beruhigt. Fakt ist: Wir sitzen viel und leben im Überfluss – und wir haben bisher nicht gelernt, damit umzugehen. Hier liegt das eigentliche Problem.

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  1. Entscheidend für das Gewicht ist die Kalorienbilanz. Wer mehr Kalorien aufnimmt, als er verbraucht, nimmt zu. Dabei spielt es keine Rolle, woher diese Kalorien stammen. Eine 2016 veröffentlichte Studie der University of Glasgow zeigt, dass allein durch die Senkung der Gesamtkalorienzahl effektiv etwas gegen Übergewicht getan werden kann.[1] Wissenschaftler der Harvard School of Public Health kamen bei einem Diätvergleich zum gleichen Ergebnis: Egal, ob Paleo, vegetarisch, Low Carb oder Low Fat – nur die Senkung der Kalorien zählt wirklich.[2]
  2. Die Menschen müssen wissen, was die Kalorienbilanz ist. Nur so können die Verbraucher ihr Körpergewicht nachhaltig in den Griff bekommen. Wie groß der Handlungsbedarf ist, zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker.[3] Denn: Heute achtet nicht einmal die Hälfte der Verbraucher (42 Prozent) auf den Kaloriengehalt in Lebensmitteln. Und 60 Prozent wissen nicht, was unter dem Begriff „Energiebilanz“ zu verstehen ist.[4]
  3. Eine ehrliche Reformulierung muss mit einer signifikanten Kalorienreduktion einhergehen. Eine Reduktion einzelner Nährstoffe löst das Problem nicht. Weniger Zucker hat nicht automatisch weniger Kalorien zur Folge. Denn Zucker erfüllt in Lebensmitteln wichtige Funktionen. Wird er reduziert, müssen diese Funktionen von anderen Stoffen übernommen werden. Häufig haben diese Zutaten mindestens ebenso viele Kalorien wie der ersetzte Zucker, manchmal sogar mehr. Ehrlich reformulierte Produkte gibt es bereits. Es sind die kalorienreduzierten Lebensmittel im Sinne der Claims-Verordnung[5]. Nur wenn bei einer Reformulierung Kalorien reduziert werden, nützt sie den Verbrauchern.
  4. Kalorien müssen Thema in der Ernährungsbildung sein – und das schon in der Grundschule. So können Kinder Kompetenzen erwerben, die sie für ein stärkeres Kalorienbewusstsein brauchen. Aktuell führt die i.m.a (information.medien.agrar e. V.), die u. a. Informations- und Lehrmaterial für Grundschulen erstellt, einen Wettbewerb für Lehrer durch, bei dem es um die konkrete Ausgestaltung einer Unterrichtseinheit zum Thema Kalorien geht. Die Zuckerwirtschaft unterstützt dabei.
  5. Der Kaloriengehalt von Lebensmitteln ist schon heute verständlich und transparent in der Nährwerttabelle ausgewiesen. Einen schnellen Überblick über den Kalorien- und Nährstoffgehalt liefert die Nährwerttabelle, die auf jeder Produktverpackung zu finden ist. Der Gesetzgeber hat den Kaloriengehalt an die erste Stelle der Nährwerttabelle gesetzt. Auch der Zucker ist hier klar ausgewiesen; „versteckten Zucker“ gibt es nicht. Aktuell diskutierte Ampelsysteme wie die Nährwertampel sorgen eher für Verwirrung und ihnen fehlt eine wissenschaftliche Basis.
  6. Der Kampf gegen einzelne Zutaten kann leicht zum Bumerang werden. Wie unter 3. beschrieben, meint „weniger Zucker“ eben nicht automatisch „weniger Kalorien“. Eine Umfrage hat gezeigt, dass 66 Prozent der Verbraucher glauben, dass sie mit zuckerreduzierten oder -freien Produkten Kalorien sparen.[6] Damit nicht genug: Mit 52 Prozent glaubt mehr als die Hälfte derer, die zuckerfreie oder -reduzierte Produkte kauft, dass sie davon mehr essen könne, ohne dick zu werden. Das Beispiel zeigt: Die Fokussierung auf einzelne Zutaten kann sogar zu mehr Übergewicht führen.
  7. Mehr Bewegung im Alltag muss wieder selbstverständlich werden. Die Deutschen nehmen heute nicht mehr Kalorien auf als früher. Doch viele Menschen bewegen sich heute weniger in Beruf oder Freizeit. Deshalb geht die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) seit einigen Jahren davon aus, dass der Energiebedarf der Deutschen gesunken ist.[7] Die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker weist mit Hilfe des eigens entwickelten Online-Energiebedarfsrechners unter www.schmecktrichtig.de/energiebedarfsrechner und verschiedenen Informationsangeboten auf den Zusammenhang von Bewegung und Ernährung hin.

Zucker macht weder krank noch dick. Das ist auch Stand der Wissenschaft.[8] Wer Übergewicht bekämpfen will, kommt an der wirklichen Ursache nicht vorbei: Die Kalorienbilanz – deshalb müssen wir über Kalorien sprechen.

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Quellen:

[1] Anderson J. J., Celis-Morales C. A., Makay D. F., Iliodromiti S., Lyall D. M., Sattar N., Gill J. M. R., Pell J. P.: Adiposity among 132479 UK biobank participants; contribution of sugar intake vs other macronutrients; Int J Epidemiol. 2016; 1-10. doi: 10.1093/ ije/dyw173.

[2] Vgl. Sacks, Frank M., et al.: Comparison of Weight-Loss Diets with Different Compositions of Fat, Protein, and Carbohydrates, New England Journal of Medicine, February 26, 2009.

[3] Repräsentative Umfrage der INNOFACT AG im Auftrag der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker e.V. unter 2.024 Personen im Dezember 2015.

[4] Ebd.

[5] Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel.

[6] Repräsentative Umfrage der INNOFACT AG im Auftrag der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker e.V. unter 2.024 Personen im Dezember 2015.

[7] Vgl. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), Schweizerische Gesellschaft für Ernährungsforschung (SGE), Schweizerische Vereinigung für Ernährung (SVE) (Hrsg.): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Umschau Buchverlag, 1. Auflage, 5., korrigierter Nachdruck 2013.

[8] Für mehr Informationen: http://bit.ly/2h2qZLR

Download Dossier: Selbstbetrug Zuckerreduktion