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Internationale Tabellen für den Glykämischen Index und die Glykämische Last von Nahrungsmitteln: 2008


 

Atkinson F.S., Foster-Powell K., Brand-Miller J.C.: International tables of glycemic index and glycemic load values: 2008. Diabetes Care. 2008; 31(12): S. 2281–2283.


Die Neubearbeitung von Nahrungsmitteltabellen für den glykämischen Index und die glykämische Last hat den Umfang verfügbarer Angaben annähernd verdoppelt und verbessert so die Qualität der Daten für die klinische Praxis und die Forschung. Eine hohe Korrelation von Werten für den glykämischen Index von Lebensmitteln bei gesunden und diabetischen Patienten zeigt, dass die von Gesunden abgeleiteten Daten für Diabetiker gut eingesetzt werden können. Neben der Berücksichtigung des glykämischen Index sollten die Energiedichte und das Makronährstoffprofil von Lebensmitteln berücksichtigt werden.

Der Nutzen von Werten für den glykämischen Index (GI) und die glykämische Last (GL) von Nahrungsmitteln für die Regulierung des Blutglukosespiegels bei Diabetikern wird kontrovers diskutiert. Institutionen und Verbände wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die American Diabetes Association, Diabetes UK und die Canadian Diabetes Association unterstützen das Konzept, während viele medizinische Fachkräfte den Einsatz dieser Parameter für zu komplex und variabel für den Einsatz in der klinischen Praxis halten. Um den Einsatz von GI und GL praxistauglicher zu gestalten, sind aktualisierte und vervollständigte Nahrungsmitteltabellen notwendig, die in dieser Studie vorgestellt werden.

Es erfolgte eine Literatursuche in Medline zwischen 1981 und 2007 unter Verwendung der englischen Suchbegriffe für GI und GL. Die Suche wurde durch Handsuchen relevanter Verweise und Expertengespräche vervollständigt. Angaben aus älteren Tabellen wurden vor Verwendung zunächst überprüft. Die Daten beziehen sich ausschließlich auf humane Studien mit standardisierter Methodik. Daten von acht oder mehr Gesunden wurden in einer Tabelle zusammengefasst, Daten von Personen mit Diabetes, gestörtem Glukosemetabolismus oder aus Studien mit zu wenigen Probanden in einer zweiten Tabelle.

Die Beziehungen von GI-Werten für 20 gängige Nahrungsmittel aus beiden Tabellen wurden mit Hilfe linearer Regressionsanalysen überprüft. Es wurden jeweils zwei GI-Werte generiert, die sich auf Glukose bzw. Weißbrot als Referenz bezogen (Umrechnungsfaktor 100/70 bzw. 70/100). Um Verwirrung zu vermeiden, wird jeweils der auf Glukose bezogene Wert empfohlen. GL-Werte stellen das Produkt aus dem verfügbaren Kohlenhydratanteil einer spezifischen Portionsgröße des Nahrungsmittels und dem korrespondierenden, auf Glukose basierenden GI, dividiert durch 100, dar.

Die resultierenden Tabellen listen insgesamt 2.487 Einträge aus 205 Studien auf. 75 % (n = 1.879) der Einträge finden sich in der ersten Tabelle, die mit Hilfe von gesunden Probanden generiert wurde. 491 der insgesamt 608 gelisteten Einträge in der zweiten Tabelle stammen von Personen mit gestörtem Glukosemetabolismus. Der Korrelationskoeffizient von 20 Nahrungsmitteln aus beiden Listen betrug r = 0,94 (p < 0,001).

Die meisten Hülsenfrüchte, Nudeln, Obst und Milchprodukte werden immer noch als Nahrungsmittel mit niedrigem GI (55 oder weniger auf der Glukosereferenzskala) eingestuft. Brot, Frühstückszerealien, Reis und Snackprodukte (einschließlich Vollkornprodukte) sind sowohl in Formen mit hohem (70 oder höher) als auch niedrigem GI verfügbar. Kartoffeln und Reis wird zumeist ein hoher GI zugeordnet, es wurden aber auch Sorten mit niedrigerem GI identifiziert. Viele Süßwaren wie Schokolade haben einen niedrigen GI. Der GI sollte generell jedoch nicht isoliert betrachtet werden und andere Parameter, wie die Nährstoffdichte, sollten mitberücksichtigt werden.

 

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