Menü

Suche

Glykämische Last und glykämischer Index im Zusammenhang mit dem Risiko für Herzkreislauf-Erkrankungen bei niederländischen Männern und Frauen: Die EPIC-MORGEN Studie

Burger KN, Beulens JW, Boer JM, Spijkerman AM, van der A DL: Dietary Glycemic Load and Glycemic Index and Risk of Coronary Heart Disease and Stroke in Dutch Men and Women: The EPIC-MORGEN Study.

Kardiovaskuläre Erkrankungen stellen weltweit die häufigste Todesursache dar. Sie werden durch Stoffwechselerkrankungen begünstigt, weshalb angenommen wird, dass die Art der Ernährung eine wichtige Rolle für ihre Entstehung spielen könnte. In dieser prospektiven Studie wurde vor allem der Einfluss von Kohlenhydraten aus der Ernährung untersucht. Hierfür wurden der glykämische Index, der Informationen über den Blutglukoseanstieg nach dem Verzehr eines Lebensmittels bietet, als Hinweis auf die Qualität der verzehrten Kohlenhydrate verwendet sowie die glykämische Last, die zusätzlich die Menge der aufgenommenen Kohlenhydrate berücksichtigt.

Die EPIC-MORGEN Kohorte besteht aus einer Stichprobe von 22.654 Personen im Alter zwischen 20 und 65 Jahren aus drei niederländischen Städten (Amsterdam, Doetinchem, Maastricht). Von ihnen wurden von 1993 bis 1997 Daten aus einer medizinischen Untersuchung und Befragungen zu allgemeinen Merkmalen, der Ernährungsweise, der körperlichen Aktivität und für kardiovaskuläre Erkrankungen relevante Kofaktoren wie Hypercholesterinämie, Rauchen, orale Kontrazeptiva, Hormonersatztherapie oder Bluthochdruck gewonnen. Nach Erfassung der Basisinformationen wurden über durchschnittlich 11,9 Jahre hinweg Daten zum Auftreten von Herz-Kreislauferkrankungen (ICD-10-CM I20-I25 und I60-I66) aus einem nationalen Register entnommen, das Diagnosen aller Krankenhäuser der Niederlande seit 1990 umfasst.   Multivariate Ereigniszeitanalysen wurden nach Geschlechtern getrennt durchgeführt. Zunächst erfolgte nur eine Anpassung des Alters (Modell 1), dann wurden Risikofaktoren mit einbezogen (Rauchen, BMI, Bildungsgrad, Bluthochdruck, orale Kontrazeptiva, körperliche Aktivität; Modell 2), anschließend die Ernährungsweise (Modell 3) und der Cholesterinstatus (Modell 4).

Die durchschnittliche tägliche glykämische Last war bei Männern geringer als bei Frauen (121,8 ± 21,0 g/d versus 125,2 ± 19,8 g/d) und wurde vor allem durch Brot (35%), Kartoffeln (14%) und Süßigkeiten (13%) verursacht. Der glykämische Index war bei beiden Geschlechtern vergleichbar, den Hauptbeitrag leisteten Brot (18%), Milchprodukte (18%), Getränke (16%) Kartoffeln (16%) und Früchte (13%). Während der insgesamt 233.697 Personenjahre im Studienverlauf traten bei Männern 581 Fälle von ischämischen Herzkrankheiten und 120 Schlaganfälle auf, bei Frauen 300 ischämische Herzkrankheiten und 109 Schlaganfälle. Die glykämische Last war bei Männern mit dem Risiko für ischämische Herzkrankheiten assoziiert, die Hazardrate betrug 1,12 pro steigender Standardabweichung (95% CI 1,02-1,35; Modell 2). Bei Frauen war dieser Zusammenhang nicht zu beobachten. Der glykämische Index zeigte ebenfalls nur bei Männern einen Zusammenhang mit dem Auftreten von Schlaganfällen (HR 1,27, 95% CI 1,02-1,58), das Risiko für ischämische Herzkrankheiten wurde bei beiden Geschlechtern nicht vom glykämischen Index beeinflusst. Während der Verzehr von Zucker kein signifikant steigendes Risiko verursachte, war die Aufnahme von Kohlenhydraten und Stärke bei Männern positiv mit dem Auftreten von ischämischen Herzkrankheiten assoziiert (HR pro Anstieg um eine Standardabweichung 1,23 (95% CI 1,04-1,46) für Kohlenhydrate und 1,24 (95% CI 1,07-1,45) für Stärke).

Download Zusammenfassung