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Gewichtsverlust mit Hilfe einer modifizierten mediterranen Diät: eine randomisierte kontrollierte Studie

Austel A., Ranke C., Wagner N., Görge J., Ellrott T.: Weight loss with a modified Mediterranean-type diet using fat modification: a randomized controlled Trial.

Hohe Prävalenzen von Übergewicht und Adipositas stellen die öffentlichen Gesundheitssysteme vor enorme Herausforderungen, so dass der Vermeidung dieser Krankheiten eine große Bedeutung zukommt. Langfristige Behandlungs- und Präventionsprogramme für Übergewicht und Adipositas sind jedoch nur dann wirksam, wenn sie Verhaltensweisen einfordern, die von den ursprünglichen Lebens- und Ernährungsgewohnheiten der Teilnehmer nicht zu sehr abweichen. Es gibt Hinweise darauf, dass sich ein mediterraner Ernährungsstil positiv auf das Gewichtsmanagement und das Herzkreislaufsystem auswirkt. In der Studie wurde eine modifizierte fett- und kalorienreduzierte Diät mit fünf Mahlzeiten täglich eingesetzt, die leicht mit herkömmlichen Zutaten zuzubereiten war und zwei süße Zwischenmahlzeiten umfasste.

212 übergewichtige und adipöse Personen mit einem BMI zwischen 25 und 35 kg/m² im Alter von 25-70 Jahren wurden in zwei Gruppen eingeteilt, die sich hinsichtlich Alter, BMI und Geschlecht glichen. Die Interventionsgruppe begann sofort mit einer zwölfwöchigen Ernährungsumstellung, deren Diätplan Rezepte für Frühstück, Mittag- und Abendessen mit einem hohen Anteil an Obst und Gemüse sowie zwei süße Zwischenmahlzeiten beinhaltete. Letztere waren in den Ernährungsplan aufgenommen worden, um die Kost schmackhafter zu gestalten und Heißhungerattacken zu vermeiden. Täglich wurden ca. 1300 kcal aufgenommen. Der Zuckeranteil (natürlich vorkommender sowie zugesetzter Zucker) betrug etwa 12 Prozent der täglichen Energie. Wichtige Bestandteile der Diät waren Walnuss- und Rapsöle, die den Teilnehmern kostenlos zur Verfügung gestellt wurden. Zu Beginn und nach zwölf Wochen wurden bei den Teilnehmern beider Gruppen Körpergröße und -gewicht, Blutdruck, Blutfettwerte, Nüchternblutglukose- und Harnstoffkonzentrationen bestimmt. Aktuelle Ernährungsgewohnheiten wurden durch einen Fragebogen festgestellt. Die zweite Gruppe diente zunächst als Kontrollgruppe, bei der in den ersten zwölf Wochen nur Daten erhoben wurden, jedoch keine Ernährungsumstellung erfolgte. Erst nach Ablauf dieser Frist begannen die Probanden dieser Gruppe mit der zwölfwöchigen modifizierten Diät. Jeweils 40 Wochen nach deren Ende wurden bei allen Probanden erneut Körpergröße und -gewicht sowie Laborparameter bestimmt.

Nach der zwölfwöchigen Ernährungsumstellung waren Körpergewicht und BMI in der Interventionsgruppe um durchschnittlich 5,15 kg bzw. 1,82 kg/m² gesunken, in der Kontrollgruppe dagegen nur um durchschnittlich 0,37 kg bzw. 0,14 kg/m². Zudem waren die Konzentrationen an Triglyzeriden, Gesamtcholesterin und LDL-Cholesterin in der Interventionsgruppe signifikant geringer als in der Kontrollgruppe, während sich die Gruppen zu Beginn der Studie nicht unterschieden hatten. Die beiden süßen Zwischenmahlzeiten täglich behinderten weder die Gewichtsabnahme, noch waren negative metabolische Effekte erkennbar.

Die Probanden der Interventionsgruppe beschrieben ihr Essverhalten als gezügelt, berichteten jedoch trotz fett- und kalorienreduzierter Ernährung seltener über enthemmtes Essen und Hungergefühl. Ihr Körpergewicht war auch noch ein Jahr später um durchschnittlich 4,17 kg geringer als vor der Intervention, und die Konzentrationen für LDL-Cholesterin und Triglyzeride waren signifikant niedriger, während die Menge an HDL-Cholesterin im Vergleich erhöht war. Die Studie zeigt, dass Zucker in Form von süßen Zwischenmahlzeiten in definierten Portionsgrößen Bestandteil einer ausgewogenen Diät mit dem Ziel der Gewichtsabnahme sein kann. Mit 72% während der Intervention und 51% nach einem Jahr ohne professionelle Begleitung war die Therapietreue sehr hoch, was andeutet, dass eine Ernährungsumstellung dieser Art leicht akzeptiert und dauerhaft fortgeführt wird und sich somit für erfolgreiche Präventionsmaßnahmen eignen könnte.

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