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Diabetes mellitus ist keine Folge von Zuckerkonsum

06.04.2016

Am 7. April ist Weltgesundheitstag. Dieses Jahr steht das Thema Diabetes im Fokus. Allein in Deutschland sind mehr als sechs Millionen Menschen von der Krankheit betroffen. Wenn jemand Diabetes hat, hört man immer wieder: „Der hat Zucker.“ Der Begriff „zuckerkrank“ führt jedoch schnell auf die falsche Fährte. Diabetes ist keine Folge von Zuckerkonsum.

„Diabetes mellitus äußert sich durch einen erhöhten Glukosespiegel im Blut. Dieser Zucker lässt sich leicht im Urin nachweisen. Die umgangssprachliche Bezeichnung für Diabetes leitet sich also aus einem Symptom ab, nicht aus einer Ursache“, erläutert Günter Tissen, Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker (WVZ).

Diabetes mellitus Typ 2 – eine „Volkskrankheit“ mit vielen Ursachen

85 bis 95 Prozent aller Betroffenen leiden an Diabetes mellitus Typ 2. Weltweit wird zu Ursachen und Prävention dieser „Volkskrankheit“ geforscht. Als sicher gilt: Veranlagung, Lebensstil, hohes Alter, Rauchen, der Verzehr von rotem Fleisch und Übergewicht begünstigen die Entstehung eines Typ-2-Diabetes. Alter und Veranlagung kann der Einzelne nicht beeinflussen. Wer sich vor einer Erkrankung schützen möchte, sollte folglich auf eine gesunde Lebensweise mit einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Bewegung achten sowie Übergewicht vermeiden.

Zucker ist kein Risikofaktor und selbst für Diabetiker kein Tabu

Aus der Leitlinie der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) „Ernährungsempfehlungen zur Behandlung und Prävention des Diabetes mellitus“ ergibt sich: Auf Zucker muss man nicht verzichten, um einer Diabetes-Erkrankung vorzubeugen[1]. Auch der Deutsche Diabetes Risikotest[2] des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) führt Zuckerkonsum nicht als Risikofaktor auf.

Wer bereits Diabetes mellitus hat, darf grundsätzlich Zucker essen. In der Vergangenheit wurde Diabetikern zwar geraten, keinen Zucker zu verzehren. Das ist nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen aber nicht mehr der Fall. Zucker ist für Diabetiker nicht tabu.

[1] Toeller M.: Evidenz-basierte Ernährungsempfehlungen zur Behandlung und Prävention des Diabetes mellitus. Autorisierte deutsche Version nach der Diabetes and Nutrition Study Group (DNSG) der European Association for the Study of Diabetes (EASD). In Abstimmung mit Deutscher Diabetes Gesellschaft (DDG), Deutscher Adipositas-Gesellschaft (DAG), Deutscher Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) und Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE). Diabetes und Stoffwechsel. 2005; 14, S. 85 und S. 87; http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/fileadmin/Redakteur/Leitlinien/Evidenzbasierte_Leitlinien/057-001_S2_Ernaehrungsempfehlungen_zur_Behandlung_und_Praevention_des_Diabetes_mellitus_06-2010_06-2015.pdf

[2] DIfE- Deutscher Diabetes Risiko-Test, in: M. Kellerer, B. Gallwitz, im Auftrag der DDG, Praxisempfehlungen der Deutschen Diabetes Gesellschaft, Aktualisierte Version 2015. Diabetologie und Stoffwechsel; Oktober 2015, S. S97-S132; http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/fileadmin/Redakteur/Leitlinien/Praxisleitlinien/2015/DuS_S2-15_Herr_Jannaschk_S227-S229_DIfE_DRT.PDF

Download Pressemitteilung: Diabetes mellitus ist keine Folge von Zuckerkonsum