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Zucker-Kombipackung

Zucker hat kein Haltbarkeitsdatum, er lässt sich nahezu unbegrenzt aufbewahren – so lange er trocken gelagert wird. Dann lässt er sich ohne Klümpchen leicht abmessen – doch hierzu braucht man einen Messbecher oder eine Waage. Lisa Gippers Idee hat somit gleich zwei Vorteile: Mit ihrer Kombipackung kann Zucker gleichzeitig trocken aufbewahrt und dosiert werden – und sie bietet einen attraktiven Anblick in der Küche.

 

zucker-kombi-verpckung-anleitung

Eine Marktlücke

Die Industriedesignerin hat bei der Analyse des aktuellen Angebots schnell gemerkt, dass hier eine Marktlücke ist. „Für kleine Mengen Zucker gibt es bereits einige Produkte wie Zuckersticks oder Zuckerwürfel, durch die der Zucker vorportioniert ist. Aber für das Backen gibt es bisher noch kein Produkt, bei dem man sich weitere Hilfsmittel erspart, um eine bestimmte Menge abzumessen.“ Damit war für sie die Aufgabe klar.

Lisa Gippers Entwurf ist ebenso einfach wie zweckmäßig: Die zylindrische Dose mit ovaler Grundfläche ist oben mit einem durchsichtigen Deckel ausgestattet. Dieser erfüllt eine doppelte Funktion: Er dient als passgenauer Verschluss und ist mit einer Skala ausgestattet, mit deren Hilfe der Zucker portioniert werden kann. Ein Sichtfenster an der Seite zeigt zusätzlich an, wie viel Zucker noch enthalten ist. Die Kombipackung kann mit handelsüblichen Zuckertüten nachgefüllt werden und ist somit mehrfach verwendbar.

Einfach und gut zu bedienen

Wichtig war eine Lösung, die allen Ansprüchen genügt: Luftdicht, ergonomisch geformt, ästhetisch und leicht zu bedienen. Speziell letzteres wurde zur Herausforderung: Der erste Entwurf war mit verschiebbaren Reglern ausgestattet, die den Zucker im Inneren passend portionierten. Doch die kreative Idee war zu kompliziert zu bedienen. Lisa Gipper: „Genau das muss man im Designprozess erkennen – und sich von einer bereits liebgewonnen Ausarbeitung wieder lösen. Durch die strikte Reduktion ist meine Zuckerverpackung nun leicht zu verstehen und man benötigt keine Bedienungsanleitung, um zu erkennen, wie sie funktioniert.“

Nachdem das System fest stand, wurde es optimiert. Die Industriedesignerin erinnert sich: „Durch Versuche hat sich eine ovale Grundfläche als die geeignetste Form herausgestellt. Sie gewährleistet gutes Schüttverhalten des Zuckers sowie eine angenehme ergonomische Griffigkeit für den Verbraucher. Ein Entwurf mit rundem Boden kam nach den Handhabungstests nicht mehr in Frage, da die Dose beim Schütten leicht aus der Hand rutscht. Das Oval hingegen bietet eine bessere Fläche zum Greifen. Außerdem lässt sich die Verpackung auf einer Europalette platzsparend und sicher stapeln.“

zucker-kombi-verpackung-dosierung

Die Rübe im Logo

Und nicht zuletzt suchte Lisa Gipper noch ein interessantes Design. „Es gab viele Vorentwürfe – konventionelle, extrem außergewöhnliche, farbige und weniger farbige. Dies ist auch immer ein Entwicklungsprozess, bei dem man schön sieht, wie sehr die einzelnen Designs erst im Kontext richtig zur Geltung kommen.“ Am Ende stellte sie drei Layouts vor – inklusive einem eigenen Logo. Dazu sagt die Studentin: „Ich glaube, es ist vielen Menschen nicht bewusst, dass Zucker ein natürliches Produkt ist, das bei uns in der Nähe produziert und aus der Zuckerrübe hergestellt wird. Aus diesem Grund habe ich mich bei meiner Verpackung für das Rübenzucker-Logo entschieden, um es noch einmal zu verdeutlichen.“

Im Rückblick sieht Lisa Gipper ihre Teilnahme am Wettbewerb als wertvolle Erfahrung. „Ich finde es sehr spannend, zu sehen, was bei recht offen gehaltenen Themenvorgaben für die Entwürfe alles herauskommt – wie sich die erste Idee Schritt für Schritt immer weiterentwickelt und was man über verschiedene Zwischenstufen am Ende für ein Resultat erzielt.“ Die Zucker-Kombipackung hat den zweiten Preis im Wettbewerb gewonnen – und wird vielleicht in Zukunft auf den deutschen Küchenregalen zu finden sein.